Galerie: Thorbjørn Risager & The Black Tornado

By | 23. Januar 2018

—„We are red, we are white, we are Danish Dynamite!“

Spätestens seit der EM 1992 und dem Finalsieg der dänischen Mannschaft ist dieser Schlacht­ruf in aller Munde und Kollektivgedächtnisse. Da es hier weniger um Fußball und mehr um Mu­sik gehen soll, versuche ich eine elegante Überleitung zum eigentlichen  Thema.

Die Dänen und Musik… ja, da war mal was. Laid Back in den 1980er Jahren, Hanne Boel – die bei Laid Back auch im Background („Baker Man“) sang – in den 1990er Jahren… ansonsten prägt recht wenig die international bekannte Musiklandschaft. Whigfield vielleicht, wenn man ein Disco-Pop-One-Hit-Wonder unbedingt erwähnen möchte. Aber neben Pop gibt es auch noch den Bluesrock.

Blues? Dänemark?

Absolut, und sie haben es defintiv drauf.

Ich bin über viele Jahre regelmäßiger Besucher des Lahnsteiner Bluesfestivals gewesen, oft un­bedarft, was die jeweiligen Akteure anging, aber immer offen und neugierig, und wenn ich wen nicht kannte, ging ich nach dem Abend als Fan. Und mit der Zeit entstanden auch schöne Freundschaften. So begegnete mir die grandiose Sharrie Williams aus Michigan erstmals 2003 und dann sehr herzlich 2012, den unvergessenen Rudy Rotta mit seiner fantastischen Band lernte ich 2008 kennen und traf ihn bis zuletzt 2014 in Heidelbergs Cave54 immer wieder… und 2011 krönte ein Trupp Dänen den Abend.

Thorbjørn Risager & The Black Tornado.

Optisch alle ein wenig retro, an die Gangsterfilme der 1930er Jahre erinnernd, enterte das Septett aus Rhythmusgruppe und Blechbläsern an diesem Herbstabend die Bühne und heizte den Westerwald mühelos um einige Grade auf. Kein schnarchiger Baumwollpflückerblues, der uns alle in akute Depressionen oder Tiefschlafphasen versetzt, sondern erdiger, grooviger und handfester Bluesrock, der eher in die Chicago-Ecke geht, jedoch eine völlig eigene Handschrift trägt und hauptsächlich aus Eigenkompositionen besteht. Sie werden inzwischen nicht nur in ihrem Heimatland mit Preisen und Auszeichnungen überhäuft.

Die Band besteht aktuell aus

Thorbjørn Risager – voc, gtr
Emil Balsgaard – keys, pia
Peter Skjerning – gtr, bg voc
Kasper Wagner – sax
Hans Nybo Jørgensen – sax
Peter W. Kehl – trumpet, bg voc
Søren Bøjgaard – bass
Martin Seidelin – drums, bg voc,

wobei Kasper hauptsächlich bei den Heimspielen und Studioaufnahmen vertreten ist.

Die Band entstand 2003 in Kopenhagen und hat bislang 10 Studio- und Live-Alben veröffent­licht, zuletzt 2017 „Change my Game“, das durch weitestgehende Härte überrascht („Blues… ist doch was für traurige alte Männer“ mimimi). Wer ZZ Top mag, wird hier ebenfalls bestens bedient. Sie sind gefühlt ständig auf Tour und haben sich im Laufe der Zeit eine immer größe­re, treue Fangemeinde erspielt, die ihnen selbst in Deutschland mitunter ausverkaufte Häuser beschert.

Wer bis zu drei Stunden Vollgas und gute Laune für kleines, faires Geld zu schätzen weiß, ist bei den sympathischen Nordlichtern bestens aufgehoben. Vor und nach den Auftritten stehen sie höchstselbst am Merchandise-Stand, wo ihre Alben in CD- und Vinyl-Form sowie die Shirts und andere Artikel zu feinen Preisen feilgeboten werden, und signieren freundlich alles, was ihr ihnen unter die Nase haltet. Natürlich sind immer ein Foto und ein Schwätzchen drin.

Und wer öfters mal nach Dänemark kommt, hat die Chance, einzelne Musiker bei ihren Neben­projekten anzutreffen. Peter W. Kehl ist in einer Combo namens „WonderBrazz“, während Peter Skjerning, der mutmaßlich meist unterschätzte Gitarrist Europas, noch bei „Turnip Greens“ auf­läuft. Thorbjørn und Emil sind häufig als Duo unterwegs.

Offizielle Website:    www.risager.info

Facebook:      https://www.facebook.com/ThorbjornRisagerAndTheBlackTornado/

Instagram:             https://www.instagram.com/thorbjornrisager_blacktornado/

WonderBrazz:                   https://www.facebook.com/WonderBrazz/

Turnip Greens:         https://www.facebook.com/turnipgreens.dk/

Von allen Formationen gibt es reichlich Material auf YouTube.

Mittlerweile habe ich die Band sieben Mal gesehen –

2011 Lahnstein

2015 Mainz und Köln

2016 Lahnstein und Aschaffenburg

2017 Aschaffenburg und Kaiserslautern

„Soooo oft in so kurzer Zeit, wird das nicht langweilig? Du kennst doch alles!“ Berechtigte Fra­ge. Aber erstens ist es meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, befreundete Künstler aktiv zu unterstützen. Zweitens stehe ich auf die Musik. Drittens bieten sie immer willkommene Übungsplätze für Konzertfotos 🙂 Auch wenn ich die Zwischenmoderationen und gewisse Aktivitäten auf der Bühne inzwischen auswendig kenne.

Alle Bilder unterliegen dem Copyright. Jede weitere Nutzung und Bearbeitung muss mit Paul Schaedel/Skull Photography abgesprochen werden.

 

 

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About Sabine

BumbleBee. Nicht ganz frisch und nicht ganz sauber – das trifft es so ungefähr, worauf man sich bei ihr einstellen kann. Quasi mit der Kamera in der Hand geboren, kristallisierte sich nach dem Sport in den 1980/90er Jahren während des regen jährlichen Besuchs des Lahnsteiner Bluesfestivals ein Faible für Konzertfotografie heraus, welches im Lauf der Zeit und mit wechselndem sowie wachsenden Equipment verfeinert wurde. Der Weg ist das Ziel! Abseits der Bühnen begeistert sie sich für die Botanik und Tiere. Portfolio (Auszug): Abi Wallenstein Aeverium Awaiting Dawn Black Label Society Blues Company Deitra Farr Fallen Temple Glasperlenspiel Guildo Horn Harpyie Henrik Freischlader Band Kick La Luna King King Krayenzeit Lord of the Lost Metalohrentzündung Meyers Nachtcafé Mike Andersen Band Mike Sponza Band Raphael Wressnig’s SoulGift Band Rudy Rotta Band Scarlet Dorn Sharrie Williams The Brightest Fell Thorbjorn Risager & The Black Tornado Zwiebelgeschmack

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