Review: Sarkh – Kaskade

Review: Sarkh –  Kaskade

Einer der unbestrittenen Vorteile, die sich daraus ergeben, für ein Online-Musikmagazin zu schreiben, ist, Newsletter zu erhalten. So sind wir bereits auf einige Perlen aufmerksam geworden, die uns sonst wohl durch die Lappen gegangen wären. SARKH gehören zweifelsohne dazu!

Das Debütalbum Kaskade der hessischen Instrumental-Post-Metaller SARKH wurde vom Label ELECTRIC MOON im Januar 2020 bereits als Vinyl-Ausgabe veröffentlicht. Seit 18.12.2020 ist das Album des Trios auch digital auf allen gängigen Plattformen erhältlich.

Instrumentals sind nicht Jedermanns Sache; man tut ihnen Unrecht, sie als Buch ohne Bilder bezeichnen zu wollen, denn ohne Vocals kann jede:r Hörer:in seinen eigenen Film fahren. Drei Musiker weben hier einen dichten Teppich mit teilweise repetitiven Loops, die einen regelrecht einsaugen und nicht von Solofrickeleien unterbrochen werden.

Tracklist: SARKH Kaskade (31. Januar 2020, Worst Bassist Records)

01 -Ackerland

02 – Wildnis

03 – Muttererde

04 – Saat

05 – Derbholz

06 – Morast

07 – Kaskade

08 – Irrlicht

Puh! Liest man einfach nur die Titelliste herunter, kommen schon seltsame Assoziationen auf – ein düsteres Moor, über dem die Nebelschwaden an einem ultraschallgrauen Novembertag hängen beispielsweise. Und ähnlich organisch kommen die Stücke auf Kaskade auch daher. Angedeutet durch das zauberhafte, abstrakt wirkende Coverfoto, bietet sich eine akustisch begleitete Gedankenreise auf den Spuren eines Gewässers an, quasi die Post-Rock-Version von Friedrich Smetanas 1874 entstandenem Meisterwerk “Die Moldau”. So beginnt “Ackerland” verhalten, im gemäßigten Tempo; der Bachlauf, der sich zögerlich von der Quelle und dem dünnen Rinnsal zu einem immer kräftigeren Fluß entwickelt, der an Steinen stockt und an diesen vorbei strömt, und so richtig Fahrt aufnimmt. “Wildnis” sprudelt munter mit kräftigen Gitarrenriffs los, um durch ein Wechselspiel aus Sätzen mit sanfteren und härteren Licks hinweg zu einem sinnlich-rhythmisch einsteigenden “Muttererde” zu gelangen, das den Hörer anfangs regelrecht einlullt, um dann in der zweiten Hälfte wieder mit Schmackes und Tempo zuzuschlagen. “Derbholz” läßt dann schon allein vom Songtitel her erahnen, daß es hier etwas rustikaler zu Sache gehen könnte als in den vorangegangenen Stücken, nicht ohne ein ruhiges Intermezzo einzuschieben, um dann wieder zu demonstrieren, wo der Hammer hängt. Das Titelstück “Kaskade” setzt einen schier hypnotisch-meditativen Schlußpunkt, natürlich nicht ohne einen Hasenhaken zu schlagen.

Ob nachts auf der leeren Autobahn oder winterlich eingemummelt auf dem heimischen Sofa, Kaskade bietet eine wunderbare Begleitung für alle Lebenslagen. Laßt euch darauf ein, laßt los, hört quasi zu, wie ein Sonnenstrahl durchs Blätterwerk bricht, um auf der Wasseroberfläche diamantengleich zu glitzern. Oder was auch immer euer Gehirn aus diesen Klängen in Bilder umsetzen mag. Von SARKH werden wir mit Sicherheit noch viel zu hören bekommen.

Hessaja, die Vorläuferband von Sarkh. Hier zeichnete sich die Richtung schon deutlich ab

Nach der Auflösung der gemeinsamen Band HESSAJA beschliessen Drummer Johannes B. und Gitarrist Johannes S. im Februar 2017 die Gründung einer neuen Band. Mit Falko S. findet sich ein passender Bassist, der das bis dahin als 2-Mann gestartete Projekt komplettierte. Seither geht es mit SARKH kontinuierlich vorwärts. Im selben Jahr wird bereits eine 4-Track EP aufgenommen und die ersten Gigs verlaufen mehr als vielversprechend. 2018 begibt man sich erneut ins „Institut für angewandten Krach“ und spielt die EP Wildnis ein. Über sich selbst sagt die Band: SARKH ist ein Konglomerat, welches es versteht, leidenschaftliche Gefühlswelten in landschaftlich musikalische Gemälde zu verwandeln. SARKH stehen synonym für die Sehnsucht nach der geheimnisvollen Zwischenwelt.

SARKH sind:

Johannes Dose – Drums

Johannes Schaffer – Guitar

Falko Schneider – Bass

Sie können auch live – “Saat”

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SARKH bei Worst Bassist Records

Sabine

Nicht ganz frisch und nicht ganz sauber – das trifft es so ungefähr, worauf man sich bei mir einstellen kann. Quasi mit der Kamera in der Hand geboren, kristallisierte sich während des regen jährlichen Besuchs des Lahnsteiner Bluesfestivals ein Faible für Konzertfotografie heraus, welches im Lauf der Zeit und mit wechselndem sowie wachsenden Equipment verfeinert wurde. Der Weg ist das Ziel!

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