“Ohne uns wirds still in Osnabrück” – eine Benefiz-CD der Extraklasse

Vor genau einem Jahr wurde die erste Covid-19-Infektion in Deutschland nachgewiesen. Und es dauerte ab da keine zwei Monate, daß der Kulturmotor ins Stottern und Spucken und dann ganz zum Stehen kam. Nach einem kurzen Hoffnungsschimmer im Sommer war dann ganz Schicht im Schacht. Wir haben über die Aktionen der Kultur- und Veranstaltungsindustrie mehrfach berichtet – die Demos von Alarmstufe Rot in Frankfurt und in Mainz beispielsweise – und auch selbst einen Benefiz-Sampler zum Downloaden ins Leben gerufen, um die Halle 101 in Speyer zu unterstützen, den ihr hier finden könnt.

In der Künstlerszene gibt es sehr viel Solidarität. Und der neueste Coup ist ein Album, das von Musiker*innen aus Osnabrück und der Region zusammengestellt worden ist. Die Unterstützung geht an freiberuflich bzw. selbstständig tätige Kulturschaffende, deren Lebens- und Arbeitsmittelpunkt in der Stadt Osnabrück und dem Landkreis Osnabrück liegen, und die aufgrund der Covid-19-Pandemie in ihrer Berufsausübung behindert sind. Crewmitarbeitern und Soloselbstständigen soll so unter die Arme gegriffen werden, ein Signal der Hoffnung wird durch den Kauf dieser CD geschenkt. Die Fa. SOLARLUX hat das Sponsoring für das komplette Projekt, inklusive Pressung, Porto und Verpackung, übernommen. So kann der CD-Preis ohne jegliche Abzüge vollumfänglich auf ein Spendenkonto gehen. Für den Preis von 20€ gibt es nicht einfach nur ein Unterstützungsalbum, das man sich quasi aus Solidarität kauft und dann ins Regal stellt – hier wird wirklich für jeden Geschmack etwas geboten, viele unterschiedliche Stilrichtungen und natürlich auch weit über “Osnabrooklyns” Grenzen hinaus bekannte Gesichter sind vertreten.

Tracklist: Ohne uns wirds still in Osnabrück (25. Januar 2021, Timezone Records)

01 – Joga Club – Vorher
D. Bühnemann (K, T), M. Lohmöller (K), Timezone Musikverlag
02 – Ronja Maltzahn – Alle Zeit
R. Maltzahn (K, T), Federico Marina (K, T), Timezone Musikverlag
03 – Herr Svenson singt Liebeslieder – Sieben Lieben 
S. Stumpe (K), W. Niemeyer (T), Timezone Musikverlag
04 – Wippsteert – Wenn‘ we üm nich hat hadden 
M. Bruns (K, T), M. Lohmöller (K), Timezone Musikverlag
05 – Mr. Hurley & Die Pulveraffen – Tortuga (Live 2020) 
C. Erichsen (K, T), S. Erichsen (K, T), J. Erichsen (K, T), E. Erichsen (K, T), T. Schneider (K), Edition Affeninsel, ©2020 mit freundlicher Genehmigung der Edition Affeninsel
06 – Glüxkinder – Ich bin so wie ich bin 
P. J. Jordan (K, T), M. Raykhman (K, T), M. Lamers (K, T), S. Kittel (K, T), 
mit freundlicher Genehmigung der Motor Entertainment GmbH
07 – Much Better, Thank You – The House Is Moving
J. Engel (K, T)
08 – Ombre di Luci – L’anima dell est 
R. Quermann (K), M. Tackenberg (T)
09 – Tommy Schneller Band – Trust In Yourself 
J. Filser (K, T), T. Schneller (K, T), Timezone Musikverlag
10 – The Bluesanovas – Love Me 
F. A. Ribeiro Henrique (K, T), Timezone Musikverlag
11 – Kai Strauss – Guest In The House Of The Blues 
Kai Strauss (K, T), Alex Lex (T)
12 – Blues Company – The Blues Been Good To Me 
T. Todorovic (K, T), mit freundlicher Genehmigung von in-akustik
13 – Jimmy Reiter – What You Need 
C. J. Reiter (K, T)
14 – Christian Rannenberg – Rent Man Blues 
M. D. Walton (K, T), mit freundlicher Genehmigung von Acoustic Music

Einen eher ruhigen, leicht nachdenklichen Auftakt gibt es mit Joga Club und Ronja Maltzahn. In Liedermachertradition, nur mit Pianobegleitung, folgt Herr Svenson singt Liebeslieder. Den ersten kleinen Bruch gibt es mit Wippsteert und ihrem zum Mitwippen einladenden, im Dialekt vorgetragenen Folkpunk. Mr. Hurley & die Pulveraffen seeräubern sich durch ihre Liveversion von “Tortuga” und nehmen Tempo auf; die Glüxkinder folgen mit launigem Schlagerpop.

Die zweite Hälfte wird fremdsprachig – Much Better, Thank You entführen in die analoge Akustikwelt ihres Art-Folk. Wir folgen Ombre di Luci und ihrem schmissigen Sound bereitwillig nach Italien. Bluesig-funky wird es dann mit den Bläsern der Tommy Schneller Band, die Bluesanovas versetzen uns in einen rauchigen Rock’n Roll-Keller. Kai Strauss mit druckvollem Blues, gefolgt von der legendären Blues Company. Tiefenentspannt cruisen läßt sich zu Jimmy Reiter, dem Dritten im Bluesrock-Bunde. Das Boogie-Blues-Piano von Christian Rannenberg beschließt die knapp einstündige Compilation, die einfach Spaß macht.

Den beteiligten und natürlich auch den unterstützten Musiker*innen und Kulturschaffenden ist zu wünschen, daß sie bald wieder ihrer Leidenschaft und Berufung nachgehen dürfen und ihnen ein zugewandtes Publikum zahlreich zuspricht.

Das Album gibt es hier bei Timezone Records; mit der CD erhaltet ihr einen Download-Link.

Sabine

Nicht ganz frisch und nicht ganz sauber – das trifft es so ungefähr, worauf man sich bei mir einstellen kann. Quasi mit der Kamera in der Hand geboren, kristallisierte sich während des regen jährlichen Besuchs des Lahnsteiner Bluesfestivals ein Faible für Konzertfotografie heraus, welches im Lauf der Zeit und mit wechselndem sowie wachsenden Equipment verfeinert wurde. Der Weg ist das Ziel!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

*