Review: Tribulation Where the Gloom Becomes Sound

Review: Tribulation Where the Gloom Becomes Sound
Wie Totenmasken … Artwork für Tribulation Where the Gloom Becomes Sound

Einen treffenderen Titel hätte die schwedische Death Metal Band Tribulation kaum für ihr neues Album, welches im Jahr ihres zwanzigjährigen Bestehens herauskommt, wählen können. Die neue Scheibe ist in der Tat machtvoll dunkel und mysteriös. SKULL NEWS stellt euch die Highlights aus Where the Gloom Becomes Sound hier vor.

Tracklist: Tribulation Where the Gloom Becomes Sound (29. Januar 2021, Century Media)

01 – In Remembrance

02 – Hour Of The Wolf

03 – Leviathans

04 – Dirge of a Dying Soul

05 – Lethe

06 – Daughter of the Djinn

07 – Elementals

08 – Inanna

09 – Funeral Pyre

10 – The Wilderness

Nachdem es spooky losgeht, vollführt “In Remembrance” in der Mitte einen Wechsel zu fast 80er Post Punk Sound, dabei bleiben Tribulation düster und geheimnisvoll. Der Opener des Albums ist ein komplex aufgebauter, spannungsgeladener, epischer Song von über sechs Minuten. Mutig, so ein „Ding“ an den Anfang zu stellen, aber am Ende gehen Tribulation wieder in den sehr einprägsamen Refrain zurück und runden so „In Remembrance“ und den Albumanfang wieder gut ab. Das Intro-Riff der E-Gitarre in „Hour Of The Wolf“ erinnert in seiner Schnörkeligkeit und seinem doch trockenem Mixing an ältere Lieder von Amorphis, besonders vom Elegy-Album. Doch hat Frontsänger Johannes Andersson eine wesentlich gruftigere Stimme und Tribulation einen insgesamt doomigeren Sound. Schöne Dynamikwechsel und das Spiel mit den Arrangements machen „Hour Of The Wolf“ aus, dazu eine hymnische Melodie auf der Leadgitarre. Geht gut ins Ohr, erzeugt eine dunkle Stimmung, bleibt hängen. Eine exzellente Wahl für eine Singleauskopplung.

Tribulation “Hour Of The Wolf”

Darauffolgend „Leviathans“ (Haben sich Therion und Tribulation hier etwa mit Songtiteln und Themen abgesprochen?) zieht uns atmosphärisch noch tiefer hinab ins Totenreich, im Hintergrund hören wir Orgeln und Kirchenglocken.

Tribulation “Leviathans”

Es ist zugleich das Hauptthema des Albums, dessen Titel Where the Gloom Becomes Sound vom deutschen Darkwave Künstler Sopor Aeternus & the Ensemble of Shadows inspiriert ist. Seit Jahren verfolgt dessen Liedzeile „… down, further down, where the gloom becomes sound“ ihre Phantasien und nun endlich finden Tribulation, dass sie diese Gefühle musikalisch umgesetzt haben. Tatsächlich sind die Tracks „Dirge of a Dying Soul“, „Inanna“ und „The Wilderness“ ganz besonders düster. Immer tiefer in die Unterwelt ziehen uns die vier Schweden, dabei klingen sie so mächtig, dass man sich an ihrer Verehrung der Finsternis gerne berauschen will. Fast wie die Beschwörungen eines Schamanen wirken die Vocals in „Dirge of a Dying Soul“, so sagen Tribulation selbst, dass ihre Musik stark von Mythologie und Magie beeinflusst wird. Die beschworenen Dämonen brechen in „Daughter Of The Djinn“ über uns herein, es ist einer der schnelleren Songs auf dem Album, fast wird uns schwindelig. Da kommt ordentlich Power rüber. Bis plötzlich zur Mitte des Lieds die Zeit stehen zu bleiben scheint. Ausgehend von geheimnisvoll schwebenden Rifffetzen auf stark verhallten Gitarren und langgezogenen sphärischen Synthesizer-Akkorden bauen Tribulation den Song langsam wieder auf. Für uns einer der besten Tracks auf Where the Gloom Becomes Sound, weil er auch nach zehnmal Hören packend bleibt. „Elementals“ geht gut ab am Anfang, wird dann aber schnell zum Refrain etwas langweiliger. „Inanna“ hat mit eines der stärksten Riffs und Intros auf dem Album. Böse, tief, heftig verzerrt sägt die Gitarre, die Melodie ist dennoch episch und auf den Becken erzeugt Drummer Oscar Leander sirrend Hochspannung, bis er dann schleppende Tritte gegen die Bassdrum reinpoltern lässt. Der Song bezieht sich auf die sumerische Göttin Inanna, die mit Schönheit, Liebe, Sex, aber auch Macht und Krieg verbunden wird. Ihr Mythos hat sich über die Jahrhunderte verändert, aber die Assoziation mit Gewalt und doch Sinnlichkeit hören wir im Song deutlich heraus. „Funeral Pyre“ macht dann wieder mehr Tempo – das Album ist also gut rhyhthmisiert und dadurch sehr abwechslungsreich.

Tribulation “Funeral Pyre”

Den Abschluss bildet „The Wilderness“, in dem Johannes wieder maximal böse klingt. Die Gitarren bekommen ein grandios virtuoses zweistimmiges Solo, insgesamt hat dieser Schlusstrack einige hervorragende instrumentale Parts vorzuweisen. Der Leadgesang spielt eine nebengeordnete Rolle, was insgesamt auch das Album ausmacht. Tribulation haben mit Where the Gloom Becomes Sound eine herrlich finstere Soundscape erschaffen. Das Album ist von Anfang bis Ende abwechslungsreich, spannungsvoll und auch die Lyrics sind es wert einmal angeschaut zu werden. Rundherum gelungen!    

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Tribulation sind Johannes Andersson, Adam Zaars, Jonathan Hultén, Oscar Leander

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