Biber Herrmann @Die Fabrik Frankfurt 01.09.2020

Eins der ersten Konzerte, die nach der langen Corona-Pause in der pittoresken Fabrik in Frankfurt-Sachsenhausen stattgefunden haben, ist das des Wahl-Strombergers Biber Herrmann gewesen, der aus der Blues-Folk-Szene seit langem nicht mehr wegzudenken ist.

Original von Bob Dylan

Das Ambiente gestaltete sich, wie in der Fabrik üblich, gewohnt urig, diesmal allerdings auf maximal 40 registrierte Zuschauer*innen beschränkt. Daß dies natürlich wesentlich weniger wirtschaftlich ist als ein “volles Haus”, steht außer Frage, jedoch bietet sich bei diesen “Wohnzimmerkonzerten” ein wirklich interessiertes, aufmerksames Publikum an, das die Darbietungen des Künstlers nicht als sich zufällig ergebende Hintergrunduntermalung zum angeregten Geplauder beim gepflegten Getränk ansieht, sondern diesem respektvoll lauscht. Und hier wäre sehr viel verloren gegangen! Nicht umsonst ist Biber Herrmann auch als Blues-Poet bekannt.

Der Abend stand unter dem Motto “Grounded“, dem Titel von Bibers letztem, 2015 erschienenen Album. Grounded, erdgebunden, geerdet, so kann man diese Musik auch am besten beschreiben. Mit wenigen Hilfsmitteln – wie beispielsweise einer Stompbox und der häufig eingesetzten Harp – webt er einen dichten akustischen Teppich, der den Zuhörer vergessen läßt, daß nur eine einzelne Person auf der Bühne steht bzw. sitzt. Mit wieselflinkem und virtuosem Fingerpicking (ohne Plec!) entlockt er den mitgebrachten Gitarren – darunter eine aus dem Jahr 1925 – den Sound, zu denen er seine teils autobiographisch gefärbten Songs performt.

Porträt in der SWR-Landesschau

Und natürlich war dieser Abend gespickt mit Anekdoten – Entstehungsgeschichten zu den Songs, brüllend komische Begebenheiten wie die Nonsenstexte zur Hawaiian Steelguitar, seine Zeit mit Fritz Rau, und als eins der besonderen Highlights der Schwank zu den gemeuchelten Melonen in der heimischen Küche, die optisch an ein Delphinschlachten erinnern, der in Form eines spontanen Death Metal-Manifests namens “Melon Slaughter” stilecht vorgetragen wurde.

Neue Songs sind in Arbeit; die leidige Corona-Pause hat auch bei ihm einen Kreativschub freigesetzt. Einige Kostproben bekamen wir an jenem Abend auch vorgetragen.

Biber Herrmanns Website findet ihr hier, die der Fabrik hier .

Sabine

Nicht ganz frisch und nicht ganz sauber – das trifft es so ungefähr, worauf man sich bei mir einstellen kann. Quasi mit der Kamera in der Hand geboren, kristallisierte sich während des regen jährlichen Besuchs des Lahnsteiner Bluesfestivals ein Faible für Konzertfotografie heraus, welches im Lauf der Zeit und mit wechselndem sowie wachsenden Equipment verfeinert wurde. Der Weg ist das Ziel!

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