7FOR4/SEVENTH STATION @Kult9 München 05.02.2026
SEVENTH STATION, das multinationale ProgMetal-Konglomerat, beehrte zum Abschluß seiner Minitour, das sie wenige Tage vorher unter anderem ins frostige Berlin führte, das sonnig-frühlingshafte München. Begleitet wurden sie von 7FOR4, einem seit fast 30 Jahren bestehenden Instrumental-Trio der schwer zuordenbaren Kategorie von Prog/Freestyle/Fusion/Jazz, die als Lokalmatadoren quasi den Gastgeber für die weitgereisten Kollegen gaben, und die mit einer etwa einstündigen Performance den Abend eröffneten.
Die Location selbst ist klein und fein in einem Haus der Diakonie untergebracht und bietet einen netten Veranstaltungsraum mit Bar, Garderobe, Merchbereich und gepflegten sanitären Anlagen, ideal gelegen mit ÖPNV im Bereich Nymphenburg. Leider fällt auch hier die Lichttechnik dem Trugschluß anheim, daß eine fast durchgehend tiefseeblaue Beleuchtung, die die Akteure auf der Bühne in wasserleichige Nuancen taucht, halbwegs hip sein könnte. Ich kann mich hier nur wiederholen, daß es für die Lichtbildnerzunft ein Höllentrip ist und daß dann für die Musiker verwertbare Fotos doch eher Mangelware sein dürften.
Aber kommen wir zum Konzert! Reine Instrumentaldarbietungen und nicht nur -passagen sind für handelsübliche Hörgewohnheiten eher ungewohnt. Dennoch schafften es 7FOR4, das Publikum abzuholen und mit einer erstklassigen Präsentation ihres abwechslungsreichen Schaffens inklusive eines Wiegenliedes und eines Ausflugs ins Ressort des Country & Western zu begeistern, ohne Artsy Fartsy zu werden. Wolfgang Zenk (git), Markus Grützner (bg) und Klaus Engl (dr) stellten begeisternd unter Beweis, daß höchste Musikalität nicht trocken sein muß und Prog nicht zwingend endloses Gegniedel bedeutet.




















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Nach der obligaten Umbaupause war es dann Zeit für SEVENTH STATION, die Deutschland als gutes Pflaster für sich entdeckt haben und sich zum ersten Mal in München aufhielten.
Was macht man als arbeitsloser Frontmann, wenn die Kollegen sich in (instrumentalen) Schostakowitsch-Interpretationen ergehen? Sich das Leben ein wenig versüßen und sich in Form von Donuts Zucker, Fett und Kalorien am Bühnenrand zuführen. Vidi „Chuzpe“ Dolev stellte einmal mehr unter Beweis, nicht nur ein begnadeter Sänger, sondern auch eine Rampensau vor dem Herrn zu sein und für den einen oder anderen Entertainment-Moment zu sorgen, der auch mal ein lautes „WTF?“ in die Mienen der Anwesenden zaubert. Und so hatten wir einen multilingualen Abend mit den unter andrem auf portugiesisch und deutsch dargebotenen Songs der aktuellen EP sowie einem Querschnitt des bisherigen Schaffens. An den Fellen konnten wir mit Sharon Petrover ein neues Gesicht verzeichnen, das zumindest bei diesem Kurztrip den etatmäßigen Drummer Grega Plamberger würdig vertrat.
Kleiner Funfact am Rande: Dmitri Alperovich, Mastermind bei SEVENTH STATION, ist seit vielen Jahren Fan von 7FOR4 und besitzt ihre Alben – so kam es an dieser Stelle zum ersten persönlichen Treffen. Es wird nicht das letzte gewesen sein.


















Wenn ihr mögt, könnt ihr bei The Progspace hier abstimmen! SEVENTH STATION sind in insgesamt vier (!) Kategorien nominiert.
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