David Reece´s Bangalore Choir/Alcatrazz/Girlschool @Live Music Hall Weiher 06.12.2025
Die Live Music Hall in Weiher hatte an diesem Abend ein illusteres Tourpaket im Angebot. Wir wurden tief in den Hard & Heavy Rock der 80er Jahre zurückversetzt. Wie aufwendig es heutzutage ist, solch einen Event mit drei Bands auf Tour zu schicken, zeigt die Tatsache, dass manch Musiker in Personalunion für alle Acts aktiv war.
Der vielbeschäftigte Hannoveraner Session Musiker Eric Juris ersetzte nicht nur den verhinderten Stammgitarristen Andy Susemihl beim Bangelore Choir Set, sondern auch Original Basser Gary Shea bei Alcatrazz. Zu guter Letzt war er auch als Guitar Tech für den Gitarrensound der Damen von Girlschool verantwortlich.

Mit I’m Headed For vom aktuellen Album Rapid Fire Succession Part II startete David Reece in einen Abend, der viele Aspekte seines künstlerischen Schaffens beinhaltete. Generation Clash und Hellhammer aus seiner Accept Phase durften ebenso nicht fehlen, wie seine obligatorische Coverversion des Bobby „Blue“ Bland Klassikers Ain’t No Love.
Stimmgewaltig brachte er die anwesenden Hardrock Fans in Stimmung, unterhielt mit mancher Anekdote und bewies, dass er es auch in „seinem Alter“ noch mächtig „drauf“ hat.
Nach knapp einer Stunde übergab er dann den Staffelstab an Alcatrazz, die Band, die einst von Graham Bonnet aus der Taufe gehoben wurde und Gitarren Heroes wie Yngwie Malmsteen und Steve Vai beheimatete.


Inzwischen ist von der alten Garde nur noch Jimmy Waldo an den Keyboards übriggeblieben. Garry Shea, liess sich vertreten und die Vocals übernahm vor einiger Zeit Giles Lavery, der 2024 Doogie White ersetzte.
Den Job des Virtuosen der Band übernahm 2019 Joe Stump, dessen Stil mir persönlich zuviel Technik und leider zu wenig Feeling aufweist.
Die Setlist von Alcatrazz beinhaltete neben den Klassikern Jet To Jet (mein absoluter Lieblingssong der Band), Hiroshima Mon Amour und Island In The Sun, mit Little Viper und Battlelines auch zwei Titel des letzen Studioalbums Take No Prisoners.
Begleitet wurde diese Tour leider auch von atomsphärischen Dissonazen, die in heftigen, öffentlich ausgetragenen Rundumschlägen zwischen Graham Bonnet und der aktuellen Band ausuferten.
Ich enthalte mich hier einer genaueren Bewertung dieser Vorgänge.
Ja und nun zum absoluten Top Act des Abends. Girlschool!!! Seit über vierzig Jahren präsentieren Kim McAuliffe (Gesang und Gitarre) und Schlagzeugerin Denise Dufort ihren rotzigen Garagenrock.

Gitarristin Jackie Chambers, immerhin seit 2000 am Start und das „Bandküken“ Olivia Airey am Bass vervollständigen diese All Girl Heavy Metal Truppe mit einer bewegten Historie. Nachdem sich Lemmy von Motörhead Anfang der 80er der Band angenommen hatte, eine gemeinsame Single mit Please Don’t Touch (was leider nicht auf der Setlist stand) produziert und durch gemeinsame Touren promotetet wurde, erlebten Girlschool ein ständiges Auf und Ab, mussten diverse Personalwechsel verkraften und blieben doch immer ihrer Devise treu…C’mon Let’s Go.
Demolition Boys als Opener, Hit And Run, sowie die Coverversionen von Gun’s Race With The Devil und Lemmy’s Bomber bleiben von diesem Abend in stetiger Erinnerung.

Eine tolle Show, eine prima Hard n‘ Heavy Rock Reisegruppe, die sicherlich noch ein paar mehr Fans hätte vertragen können.
Für alle, die den Weg nach Weiher gefunden haben, wird dieses Konzert ein bleibendes Erlebnis sein.
CU next time on Tour.
Oliver Seifert
Alle Bilder unterliegen dem Copyright. Alle weitere Nutzung und Bearbeitung muss mit Paul Schaedel/Schaedel Medien abgesprochen werden.
David Reece´s Bangalore Choir















































Alcatrazz









































Girlschool











































