Album-Review Jochen Volpert “Mister X”

Am 1. Februar erschien das neueste Werk des Würzburgers Jochen Volpert und seiner Band sowie einigen Freunden, bestehend aus

Carola Thieme (Vocals, Percussion, Songwriting, Produktion, Artwork, Video)
Achim Gössl (Keys)
Johannes Böhm, Thomas Gawlas, Friedrich Betz (Bass, Akustik-Bass)
Stefan Schön (Drums, Cajon)
Jan Hees (Drums, Gesamtmixing)
Chris Adam (Live-Mitschnitt und Mixing der Bonussongs von der “Wohnzimmer Session”)
Alex Klebl (Mastering)

Erneut beweist der Ausnahmegitarrist seine Fähigkeiten als Komponist, denn bis auf die Bolan-Komposition „20th Century Boy” und den Hendrix-Klassiker „Little Wing“ als Schlußstück stammen alle Titel aus seiner Feder. Seine Frau Carola zeichnete für die Lyrics verantwortlich.

Aber der Reihe nach!

Das jazzig-funkige Instrumental „Mister X“ macht den Anfang.

Hard to say goodbye“ ist eine schöne getragene Blues-Ballade, wo Carola Thieme mit ihrer samtenen, oft an Dani Klein (Vaya Con Dios) erinnernden Stimme, den Hörer gleich in eine warme Decke packt.

Zombie Blues“ legt dann an Tempo zu, groovig, treibend; passend zum Titel wird phasenweise auch mit Stimmverfremdung gearbeitet.

Cosmic Flight“ nimmt den Hörer mit auf einen Trip – chillig mit Sprechgesang und eingestreuten Gesangspassagen. Auch hier steigert sich der Song zum Ende hin mit Power und einer immer prägnanter werdenden Gitarre.

Mountains Waltz“ versetzt den Hörer mit countryartigen Anleihen nahezu mühelos zum Samstagstanz in den Blue Ridge Mountains. Wieso liegt hier Stroh rum? Weils es cool ist. Hier wird eng geschwoft. Und im Anschluß der Hoferbe gezeugt.

My Wha Wha Life“ ist das zweite Instrumental des Albums. Es wird sehr funky, Carola sorgt für jazzige Intermezzi.

Mountains Blues“ ist ein erdiger Blues, den man sich am besten mit angenehmer Gesellschaft und einer guten Flasche Rotwein vorstellen kann.

Wer bei „Swinging Friday“ nicht verzückt mitwippt, ist rettungslos verloren. Eine fette Orgel und Jazzbesen an den Drums sorgen für groovige Elemente, vorm inneren Auge tauchen Bilder an verräucherte Jazzspelunken in den Fünfzigern auf.

If Trouble is Money“ bluest sich kräftig ein. Treibende Bässe, federleichte Gitarrenläufe und Soli, Carola demonstriert mühelos die Bandbreite ihres Könnens.

Die T-Rex-Nummer „20th Century Boy“ wird als bluesrockiges Instrumental neu interpretiert.

Die beiden Bonus-Tracks aus den letztjährigen Wohnzimmer-Sessions bilden ein spannendes Finale.

The River“ wurde bereits häufiger live zu Gehör gebracht. Hier bleibt das Ohr vor allem an der Basslinie hängen. Carola zelebriert sehnsuchtsvollen Gesang, Jochen zeigt akzentuiert sein Können am Sechssaiter.

Little Wing“ hört man tatsächlich selten von weiblichen Vokalisten interpretiert. Und auch bei dieser Coverversion drücken die Franken ihren höchst eigenen und eigenwilligen Stempel auf und bauen die Powerballade mit einer unerwarteten Wendung jazzigfunkigrockig aus.

Und zack, ist die CD auch schon zu Ende!

Ein Album, bei dem man sich wesentlich mehr Spielzeit wünscht. So produziert, daß jedes Instrument seinen Raum erhält, knackig und trocken. Eine sprichwörtlich runde Sache.

Mister X ist sowohl in Hardcopy erhältlich (bitte kontaktiert Jochen für Bezugsquellen oder direkte Bestellung bei ihm) als auch bei den gängigen Streaming- und Downloaddiensten.

Hier noch die Termine, wo man Jochen Volpert und seine Band in diesem Jahr live erleben kann:

13.02.20 – Kino “Burglichtspiele” Karlstadt
07.03.20 – “3. BluesAustausch” Omnibus Würzburg
13.03.20 – Stilbruch Bamberg
21.03.20 – Alte Synagoge Kitzingen “Best of Eric Clapton”
28.03.20 – Alte Scheune Zirndorf
04.04.20 – Jazzstudio Nürnberg
09.05.20 – Kulturscheune Bad Soden
22.05.20 – Muddy’s Club Weinheim
24.05.20 – Artbreit Marktbreit
12.06.20 – Rory Gallagher C. Festival Augsburg 2020
21.06.20 – Umsonst & Draussen Würzburg (19:15 – 20:15)
06.09.20 – Synagoge Veitshöchheim
18.09.20 – Privatkonzert Pegnitzbühne Nürnberg
30.10.20 – Vogelhaus Sommerhausen

https://www.jochenvolpert.de/

Albumteaser

Sabine

Nicht ganz frisch und nicht ganz sauber – das trifft es so ungefähr, worauf man sich bei mir einstellen kann. Quasi mit der Kamera in der Hand geboren, kristallisierte sich während des regen jährlichen Besuchs des Lahnsteiner Bluesfestivals ein Faible für Konzertfotografie heraus, welches im Lauf der Zeit und mit wechselndem sowie wachsenden Equipment verfeinert wurde. Der Weg ist das Ziel!

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