Review: Sainted Sinners Unlocked & Reloaded

Review: Sainted Sinners Unlocked & Reloaded

Die Heavy Metaller Sainted Sinners haben sich 2016 gegründet und einige Line Up Wechsel hinter sich. Auch für das neue Album Unlocked & Reloaded haben die Sinners sich noch einmal umformiert. Neu dabei sind Ernesto Ghezzi, der am Keyboard fantastische Soli hinlegt und sonst den Retro-Sound der Band stark prägt, sowie Rico Bowen, der mit seinem Bassspiel eine Menge Groove einbringt. Auf dem Album, was am 4. Dezember beim süddeutschen Label El Puerto Records veröffentlicht wird, verschreiben sich Sainted Sinners der Essenz des Rock ‘n’ Roll. Auf welche Legenden des Rock sich das Quintett bezieht und wie sie es dennoch schaffen, ihren frischen, modernen Stil zu erschaffen, verraten wir euch in unserer Review!

Sainted Sinners
Sainted Sinners Unlocked & Reloaded

Tracklist: Sainted Sinners Unlocked & Reloaded (4. Dezember 2020, El Puerto Records)

01 – Same ol’ song

02 – Standing on top

03 – Early light of day

04 – 40 years

05 – The hammer of the gods

06 – Free to be

07 – I can’t wait

08 – Stone cold sober

09 – Call it love

10 – Wall of sound

11 – Farewell to kings

Los geht es mit “Same ol’ song”. Wie es der Titel verrät, hat dieser Song in der Tat etwas angenehm Vertrautes. Er steht klar in der Tradition von klassischem Heavy Metal und macht einfach gute Laune. Wir freuen uns über ein cooles Solo, vor allem das Zusammenspiel von Keyboard (Ernesto Ghezzi) und Gitarren (Frank Pané) ist klasse, eines der hervorstechenden Merkmale des Sainted Sinners Sounds auf Unlocked & Reloaded. Trotz moderner rauher Riffs verbreiten die Fünf einen nostalgischen 80er-Flair.

Sainted Sinners “Same ol’ song”

„Standing on top“ punktet mit hymnischen Melodien auf der Gitarre. Beim Anhören denkt man an Soundtracks von Tarantino-Filmen à la Death Proof. Allerdings ist „Standing on top“ ein etwas zu vorhersehbarer Song, wobei das Kritik auf hohem Niveau ist.

Sainted Sinners “Standing on top

„Early light of day“ geht dramatisch los, Sainted Sinners haben hörbar ein Händchen für eingängige Melodien! Ein echter Megahit! Dazu die epischen Lyrics „Don‘t give up“, das bleibt hängen! Was übrigens auch der ursprüngliche Titel des Songs war, aber Sänger Jack Meille verrät im „Song by Song“-Video, dass dieses Jahr Alice Cooper eine Single mit diesem Namen veröffentlich hat. Zwei Musiker, ein Gedanke! Eigentlich ist „Early light of day“ ein Abschiedssong, doch gegen Herzschmerz setzen Sainted Sinners knackige Rhythmen und Power. Uns beeindruckt die starke Gesangleistung von Jack Meille, der über einen großen Stimmumfang verfügt. In diesem Lied gefällt uns auch gut der Backgroundgesang, der nicht nur den Frontmann super supportet, sondern auch die Zuhörer*innen anheizt. In der Songmitte wird es ein wenig ruhiger bevor ein absolut großartiges Gitarrensolo zündet! Im oben genannten Video verraten Frank und Jack auch, dass vor allem Bands wie Journey sie dazu angeregt haben, den 80er-Sound in ihre neuen Songs zu integrieren. Weiter zurück in die Musikgeschichte geht „40 years“, was eine große Hommage an Van Halen und Deep Purple sowie die früheren Rock ‘n’ Roller ist. Es ist zugleich auch eine Liebeserklärung an das Genre, wobei uns die ersten Zeilen „When rock ’n’ roll knocked on my door” uns zum Lächeln brachte. „40 years“ ist eine durch und durch nostalgische Nummer, doch kombinieren Sainted Sinners die Referenzen und Stilmittel der Vorbilder zu ihrem ganz eigenständigen Klangkomplex. Nicht zu vergessen zu erwähnen sind versierten Rhythmuswechsel und die schönen Akzente auf dem Schlagzeug (Berci Hirleman). Ohne Frage einer unserer Favoriten auf dem Album! „The hammer of the gods“ führt uns mit einem verträumten Intro auf zwei Akustikgitarren, Halleffekten und schönen Synthesizersphären in die Irre. Wir denken, es beginnt eine Rockballade, doch es zieht dann doch ordentlich an. „The hammer oft he gods“ entpuppt sich bald als eine Verneigung vor den großen Vorbildern Led Zeppelin! So erzählt der Songtext von der Geschichte der großen Band und wie wichtig sie für die Sainted Sinners sind. Besonders Sänger Jack Meille fühlt sich stark von ihnen inspiriert. Nach Meinung der Band ist „Free to be“ ein sehr progressiver Track und tatsächlich ist er sehr abwechslungsreich. Im Text drückt er die Sehnsucht nach Freiheit und Reisen, nach dem, was es ausmacht, eine Rockband zu sein, aus. Es ist einer der Songs, den Sainted Sinners während des erste Lockdowns geschrieben haben – wir würden uns auch wünschen, endlich wieder Konzerte zu sehen! In „Free to be” stechen die funkigen Grooves und Bassmelodien (Rico Bowen) hervor, sowie ein geniales Keyboardsolo, das in ein knackiges Gitarrensolo übergeht. Durchwegs eine tolle Banddynamik! Bei aller Nostalgie lassen Zerreffekte auf der Stimme und Experimente mit elektronischen Sounds den Song in der modernen Zeit verortet. „I can’t wait“ ist dann die unvermeidliche Rockballade: Eingängig, emotional gesungen, zarte Akustikgitarrenmelodien mit epischer E-Gitarre kombiniert, geben sich Sainted Sinners hier gefühlvoll, ohne schmalzig zu sein. „Stone cold sober“ geht wieder grooviger ab, Sainted Sinners wissen, zu unterhalten. Sicher wird „Stone cold sober“ ein zukünftiger Publikumsliebling. Wenn man die Sinners endlich mal wieder auf der Bühne sehen kann, wird dieser Song live sicher super ankommen. We can’t wait! Die Sinners brillieren wieder mit einem hervorragenden Wechselspiel zwischen Ernesto Ghezzi am Keyboard und Frank Pané an der Gitarre. „Call it love“ schließt sich nahtlos und ohne großes Aufhebens zu machen an. Es ist straight forward ein gute Laune Song. „Call it love“ klingt nach einem Radiohit, einprägsam ohne eintönig zu werden, einer unserer Lieblingstracks. „Wall of sound“ ist ein kurzer Rock ‚n‘ Roll Trip – fetzt ordentlich ab! Als “Farewell to kings” mit einem breiten Orchesterstück beginnt, sind wir erst einmal überrascht nach dem trockenen, unkomplizierten Rock zuvor. Was haben Sainted Sinners vor?! Auch erstaunt uns Jack Meille mit ausdrucksstarkem Gesang in den tieferen Lagen. Schön smooth geht es dennoch bald in harten Rock über. „Farewell to kings“ ist in echt epischer Song für den Schluss eines durchwegs sehr vielfältigen Albums!

Sainted Sinners

SKULL NEWS fasst zusammen, das Album Unlocked & Reloaded von Sainted Sinners hat das Potenzial ein Kultalbum zu werden. Es ist eine überzeugende Fusion von traditionellem Heavy Metal mit klar erkennbaren Stilelementen von Led Zeppelin und Deep Purple. Dazu kombinieren die Sinners eine gehörige Dosis 80er-Jahre-Nostalgie mit sphärischen Keys, zusammen mit dem Groove der 70er. Und doch sind Sainted Sinners ganz klar eine Rockband des 21. Jahrhunderts mit ihrem modernen Twist. Auch sind die Lieder auf dem Album gut arrangiert. Schnellere und ruhigere Nummern wechseln sich ab, sodass es nicht langweilig wird. Die Songs selbst, bei all den Anleihen bei den Legenden des Rock, sind weit von Stereotypen und Schablonenliedern entfernt. Sainted Sinners haben ihren ganz eigenen Sound erschaffen, dazu kommt die hervorragende Klangqualität und das ausgewogene Mixing. Unlocked & Reloaded von Sainted Sinners ist ein wahrer Hörgenuss und ein heißer SKULL NEWS Tipp!

Das Album gibt’s auf der Webseite der Band zum Vorbestellen hier.

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El Puerto Records

Alle Fotos von Matt Bischof

Jasmin

Hi! Ich bin Jasmin und liebe Musik, vor allem alles im Bereich Rock (Metal, Punk, Rock'n'Roll) und Folk. Von mir gibt's Reviews und Interviews (deutsch und englisch). Newcomer Bands können mich gerne für Rezensionen kontaktieren. Hi! I am Jasmin and I love music, especially rock (metal, punk, rock'n'roll) and folk. I do reviews and interview (german and english). Newcomer bands are invited to contact me for reviews!

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