Review: Black Eternal – Darkness Embrace II / The Oakenford Chronicles

Review: Black Eternal – Darkness Embrace II / The Oakenford Chronicles

Stellt euch vor, Edgar Allan Poe, Stephen King und John Carpenter treffen sich auf einen Drink, geraten ins Philosophieren, leeren eine Flasche nach der anderen und verlassen die Kneipe singend und kichernd im Morgengrauen des nächsten Tages.

Und das Ergebnis der durchzechten Nacht ist eine recht seltene Melange aus symphonischem, atmosphärisch dichtem und dicht gewebtem cineastischen Black Metal und einem Hörspiel der sehr speziellen Art.

Darkness Embrace II – The Oakenford Chronicles ist das insgesamt vierte Album und das zweite des Darkness Embrace-Zyklus von Black Eternal, einem Symphonic-Cinemagic Black Metal Projekt aus Las Vegas. Mastermind ist “Nightmare Eternal”, der nicht zuviel damit verspricht, etwas ganz besonderes und originelles erschaffen zu wollen.

Widmen wir uns also dem Werk, das ein besonderes Hörerlebnis darstellt. Um den teilweise doch recht langen Hörspielpassagen folgen und somit der Handlung etwas abgewinnen zu können, sind gute Englischkenntnisse unerläßlich. Dann jedoch zieht auch dieses Konzept euch unweigerlich in seinen Bann.

Tracklist: Black Eternal – Darkness Embrace II / The Oakenford Chronicles (13. Januar 2021)

01 – The Oakenford Chronicles (Intermission)

02 – Pavor Nocturnus

03 – Chronicles I

04 – Voices from the Crypt

05 – Halls of Madness

06 – Chronicles II

07 – Nocturnem Interfernalis

08 – The Haunting of Oakwood Isle (Intermission)

09 – Thome’s Domain

10 – Chronicles III

11 – Demonic Spirits II

12 – Darkness Embrace II

13 – Capta Est (Chronicles IV)

Nightmare Eternal

Worum geht’s?

Der Einstieg ist wie ein nüchterner Arztbrief gestaltet, wo trocken über den Patienten und die Diagnose berichtet wird. Und damit sind wir schon mitten im Film: Die Patientin, Tiffany J. Morgan, wird kurz beleuchtet – einzige Überlebende eines Forscherteams für paranormale Aktivitäten, die sich Erscheinungen in Oakenford Castle annehmen wollten. Die Dinge gerieten aus dem Ruder, und Tiffany wurde schwer verletzt aufgefunden. Sie erzählte die haarsträubende Geschichte von einem Dämonenangriff, was naturgemäß Stirnrunzeln und Scheibenwischer-Handbewegungen vorm Gesicht als Reaktionen hervorruft. Ganz schwaches Alibi, mit einer dunklen Macht zu kommen, wenn ihre engsten Freunde, ihr Verlobter – und insgesamt 13 Opfer, alle etwas unschön zugerichtet – aufgefunden werden. Schnell werden psychische Defizite ausgemacht, logo, mit dieser Räuberpistole kommt man nicht durch.

Es kristallisieren sich drei Protagonist*innen heraus – Tiffany J. Morgan, die Patientin; Dr. Samuel Harris, der ihr in all seiner Strenge nahelegt zu kooperieren; Dr. Cara Aisling, eine weitere Psychiaterin, die für diesen Fall extra abberufen worden ist und die Tiffany eher freundschaftlich-offen gegenübersteht und ihr gerne helfen würde.

Über Tiffanys Haupt schwebt das Damoklesschwert, in eine Anstalt verbracht zu werden, aus der sie nie wieder herauskommt und wo sie auch keinen Kontakt außer zum Pflegepersonal haben wird.

Natürlich wollen wir hier nicht spoilern. Da es sich um ein akustisches Werk handelt, entfällt auch das Wahrnehmen visueller Reize bzw. Informationen, denen antizipierende Hinweise zur Handlung entnommen werden könnten – der Hörer weiß also nicht mehr als die Protagonist*innen. Die Erzählstränge finden vorwiegend in den Chronicles-Passagen statt.

Black Eternal ziehen alle Register der genretypischen Filmmusik – ordentlich Suspense durch repetitive Sätze, die in der Tonhöhe variieren, durch Synthis erzeugte Streicher, das Suggerieren von alptraumhafter Ohnmacht und Hilflosigkeit durch stakkatoartig hämmernde Drums. Der Verweis zu Black Metal (wie man ihn allgemeinhin kennt) beschränkt sich auf den Harsh/Growl-Gesang, der bisweilen dämonisch verzerrt wird und die Entität Sylvanis Thorne verkörpert.

Für das fast zweieinhalbstündige Paket benötigt man einiges an Sitzfleisch und Konzentration, das Projekt ist nichts, was man so nebenbei hören kann oder sollte, da dadurch sehr viele Details verloren gehen. Selbst wer gemeinhin nichts mit Black/Death Metal anfangen kann, sollte sich darauf einlassen, offen sein, das Werk auf sich wirken lassen – die Musik ist relativ leicht zugänglich. Mit Sicherheit ein toller Soundtrack für Halloween- oder Walpurgisnächte.

Hört ihr Vincent Price kichern?

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