Brainstorm, Bloodbound und Angus McSix @ Halle 02 Heidelberg 19.03.26
Was hat Heidelberg mit schwedischen Städten gemein?
Nun, geht es nach Bloodbound Sänger Patrik Johansson, dann hat man bei Konzerten, die Donnerstags stattfinden, in Schweden eher die Null gewählt, means – tote Hose.
Das trifft auf diesen Abend allerdings nur bedingt zu, zwar waren in der Halle 02 nur knapp über 200 Fans anwesend, aber genau diese Leute haben den Saal zum Bersten gebracht, eine Megastimmung bei einem speziellen Event.
Auch, wenn die meisten Tourdates dieses Metal-Triumvirates eine weit höhere Zuschauer Resonanz hatten, bleibt die Grundproblematik doch unübersehbar.
Danke Danij, für das tolle Gespräch zu diesem Thema.
Während Mega-Events in grossen Stadien, Hallen oder auf Messegeländen zigtausende Besucher anlocken, oft zu horrenden Preisen (Den absoluten Hit bietet die bestuhlte Rush „Fifty-Something“ Tour, mit 2750 € für die erste Reihe), bleiben solche Veranstaltungen, wie hier in Heidelberg, eine reine Insidersache…3 geile Bands für unter 50 €, auch wirtschaftlich eine Herausforderung für alle Konzertveranstalter.
Aber leider ist dem so, um so mehr muss man sich bei den Unentwegten bedanken, die diesem Trend nicht folgen und solche Konzertabende möglich machen – ja Ihr Leute vor Ort, Ihr Fans, Musikbegeisterte, Ihr Veranstalter, Techniker und Musiker.
sodele und nun zu etwas ganz anderem…
die schwäbische Power Metal Institution Brainstorm, mit runderneuerter Rythmusgruppe, präsentierte einen Streifzug durch 37 Jahre Bandhistorie in knapp mal 50 Minuten.
Vom aktuellen Album Plague Of Rats gab es gerade mal einen Song, Crawling, bevor Ravenous Minds den Slot beendete.
Don Henley’s Boys Of Summer waren logischerweise auch an Bord, spätestens ab diesem Zeitpunkt, war die Party am Laufen.
Brainstorm lieferten, wie immer verlässlich ab – melodischer Power Metal at its finest – ein toller Einstieg in den Abend.
Wer auf Vox die Doku 50 Jahre ABBA und das Geheimnis des Schwedenpop gesehen hat, findet auch bei Bloodbound die Bestätigung der dort aufgestellten These.
– Die Melodie ordnet den Song, der Text ordnet sich unter –
Das gilt aber auch für alle Bereiche des Rock Chambres, seien es Eclipse, Hammerfall oder eben Bloodbound. Der Refrain muss eingängig sein und sich im Unterbewusstsein festsetzen.
Eine einfache Logik, aber es funktioniert seit über 50 Jahren, was die Verkauszahlen der schwedischen Musikgrössen beweisen.
Creatures Of The Dark Realm und Slayer Of Kings brachten die kleine, aber umso motiviertere Headbanger Schar schnell auf Betriebstemperatur, As Empire Fall und Defenders Of Jerusalem vom aktuellen Longplayer Field Of Swords taten ihr Übriges.
Gepaart mit amüsanten Anekdoten des Touralltages, liess die Setlist keine Wünsche offen – Wunderschöne Gesangsmelodien, harte Grooves und originelle Gitarrenlines zum Mitsingen, Austoben und Spass haben.
Und nun zum Headliner der Veranstaltung Angus McSix, eine musikalische Saga zwischen Tolkiens Herr der Ringe, Roger Sweets Masters Of The Universe und William Steigers bzw. DreamWorks Shrek.
Die Geschichte des Angus McFive wird fortgesetzt, Power -und Symphonic Metal treffen auf Disco und Techno.


Da entwickelt sich der Moshfit zur Polonaise und der geneigte Metalgroupie reibt sich verdutzt die Augen.

Heavy Saurus für Erwachsene, so zitiere ich einen befreundeten Kulturschaffenden, sich selbst nicht ganz ernst nehmend, aber dennoch oder vielleicht genau deshalb sein Publikum so begeisternd.
Was soll ich sagen, ich war überrascht, aber leider dann doch nicht überzeugt.
Mit Samuel Nyman war eine toller Sänger am Start, das war es dann aber auch für mich.
Auch, wenn ich durch Powerwolf geschult, eingesehen habe, dass ein Bassist nicht umbedingt in dieser Metalszenerie notwendig ist, so sollte man den prägnaten 5-Saiterbass, wenn schon hörbar, dann auch physisch sehen. Da kamen einfach zu viele Samples aus den Boxen, einen Keyboarder und den hundertstimmigen Chor suchte man ebenfalls vergebens.
Aber hey, die Band hat ihre Fanbase und die waren restlos begeistert, also alles richtig gemacht.
Mir blieben I Am Adam McSix, 6666 und die Schlussnummer Ride To Hell in Erinnerung.
Fazit…ein gelungener Abend, mit viel Spass und guter Laune, tollen Musikern und einem angezündetem Publikum.
CU next time






